Homeoffice

Arbeitsorganisation im Homeoffice #Blogparade #ElternHomeoffice

In ihrer Blogparade fragt Melanie von glücklich scheitern „Wie organisiert ihr euch im Homeoffice?“ und da mach ich doch direkt mal mit.

Homeoffice mit Teenagern

Ich hab das große Glück, dass meine Kinder inzwischen schon groß und verdammt selbstständig sind. Die Jüngste ist schon 12 und eh an einer Ganztagesschule, das heißt, sie kommt Montag bis Donnerstag erst um 16 Uhr nach Hause. Allerdings bedeutet diese Ganztagesschule auch, dass ich mehrere Tage pro Woche Fahrdienst habe für sie und ein paar andere Kinder aus dem Ort.

Die beiden Größeren sind 14 und 16 und fahren im Sommer mit dem Rad, im Winter mit dem Bus in die Schule und wieder nach Hause – und auch zu allen Nachmittagsterminen. Im Prinzip sind sie also unabhängig und ich eben auch unabhängig von ihren Schulzeiten. In der Praxis allerdings fällt es mir schwer, konzentriert zu arbeiten, wenn ein Kind im Haus ist und in der Küche herumwuselt und so beschränkt sich meine konzentrierte Arbeitszeit eigentlich maximal auf die Zeit zwischen 8 Uhr und 13 Uhr. Da öfter mal eines der großen Kinder erst später Unterricht hat oder früher nach Hause kommt, weil einfach permanent Stunden ausfallen, ist es an einigen Tagen halt auch so, dass meine Arbeitszeit erst nach 9 Uhr beginnt oder eben um 11 Uhr schon zu Ende ist. Ich kann dann schon noch weiter arbeiten, aber eben eher Aufgaben, die nicht meine volle Konzentration brauchen.

Aufgaben sortieren

Da sich meine Arbeitszeiten und meine Arbeitsweise so sehr nach den Kindern richten, habe ich eingeführt, dass ich meine Aufgaben ganz konsequent nach „viel Konzentration nötig“ und „weniger Konzentration nötig“ sortiere. Texte schreiben ist eher etwas, bei dem ich weniger Unterbrechungen brauchen kann, also muss ich das machen, wenn die Kids aus dem Haus sind. Irgendwelche Buchhaltungssachen oder andere Aufgaben, bei denen Unterbrechungen okay sind und bei denen ich mich nicht 100% konzentrieren muss, kann ich allerdings gut auch dann machen, wenn die Kinder zu Hause sind.

Eat the frog!

Aus dieser Sortierung und dem meist unbestimmten Ende meiner „kinderfreien“ Arbeitszeit folgt auch, dass ich versuche, die schwierigste Aufgabe des Tages, also die, die am meisten Konzentration erfordert, wirklich zuerst zu erledigen. Sobald ich an meinem Schreibtisch sitze und im Arbeitsmodus bin, widme ich mich konsequent und möglichst ohne Ablenkungen (Facebook und Twitter zu!!!) erstmal für eine Stunde oder so dem fiesesten Frosch auf meiner To-Do-Liste. Dann bin ich auch nicht so gefrustet, wenn ich erst um 10 am Schreibtisch saß und eines der Kinder schon um 11 nach Hause kommt, weil ich dann bereits das gute Gefühl habe, etwas geschafft zu haben. Denn, wie gesagt, meine Konzentration ist einfach nicht mehr so gut, wenn ein Kind daheim ist und da zumindest meine Große jeden Tag erst einmal ein wenig Ansprache braucht, wenn sie nach Hause kommt und erst einmal loswerden muss, was in der Schule alles los war, bin ich dann eh erstmal komplett aus dem Arbeitsrhythmus raus, sobald sie nach Hause kommt – da hilft es, wenn ich den Frosch schon abgearbeitet habe.

Kleinkram zwischendurch

Als Mutter hat man immer Lücken und Wartezeiten. Die Kleinen sind im Sport oder im Ballett oder beim Reiten und dann sitzt man da. Nach Hause fahren und wieder hin zum Abholen lohnt sich oft nicht so wirklich, also verbringt man seine Zeit mit Warten. Ich habe mir angewöhnt, diese Wartezeiten konsequent zu nutzen. Habe ich zeitlich passend längere Wartezeiten, nehm ich schon mal den Hund mit und lauf vor Ort eine Runde mit ihm, so hab ich diese Aufgabe auch gleich erledigt. Kürzere Wartezeiten nutze ich, um z.B. schon mal Mails zu sortieren und zu löschen, um Ideen für Texte zu skizzieren oder für kleinere Recherchen für Artikel oder ähnliches. Ich hab außerdem fast immer ein Buch dabei oder halt meinen Kindle*, das gelesen werden muss oder will. Also entweder etwas berufliches oder auch mal einen Roman oder sowas für mein Privatvergnügen. Was bei längeren Wartezeiten auch immer geht: Das Kind in Joggingsachen zum Termin fahren und dann dort eine Runde laufen gehen – oder halt spazieren, wenn man nicht Joggen mag. So tut man was für sich, für Körper und Seele und ärgert sich nicht, dass man rumsitzt und seine Zeit verplempert.

Kopf frei kriegen – Teil 1

Um mir selbst den Übergang von „Hausfrau und Mutter“ zu „Office“ zu erleichtern, laufe ich häufig morgens eine Runde um den Block. Dieser „Weg ins Homeoffice“ tut mir gut und pustet mir den Kopf frei dank der frischen Luft. Es reichen meist 10 oder 15 Minuten, um besser umschalten zu können auf Arbeiten. An zwei Wochentagen ergibt sich dieser Weg ganz von selbst, da ich an diesen die Jüngste in die Schule fahre. An den anderen Wochentagen gehe ich bewusst eine Runde nach draußen – oder bringe die Jüngste zu Fuß zu ihrer Mitfahrgelegenheit und laufe eine Extra-Runde durchs Dorf wieder nach Hause.

Kopf frei kriegen – Teil 2

Ebenfalls ganz wichtig für mich, um den Kopf frei zu bekommen: Ich schreibe seit einer ganzen Weile jeden Morgen vor der Arbeit sogenannte Morgenseiten. Dazu nutze ich die Plattform 750words.com und schreibe dort eben jeden Morgen mindestens 750 Worte. Einfach alle Gedanken, die mir im Kopf herumschwirren und einfach mal raus müssen. Das ist mein absoluter Geheimtipp, um „gereinigt“ in den Arbeitstag zu starten. Nach meiner Runde draußen setze ich mich an den Rechner und öffne als allererstes die Webseite und schreibe meine Gedanken auf. Ja, eigentlich sollte man das ganz früh direkt nach dem Aufstehen machen, aber das passt zeitlich bei mir einfach nicht rein, also ist es mein Ritual zum Kopf-Freimachen zum Start in den Arbeitstag.

Das bisschen Haushalt…

Ich habe gelernt, den Haushalt konsequent zu ignorieren während meiner Arbeitszeit. Haushalt ist etwas, das ich auch dann noch machen kann, wenn die Kinder daheim sind, also steht es auf meiner Arbeiten-Liste eher weiter unten und kommt dann, wenn der größte Frosch gegessen ist und die Kinder zu Hause sind. Von Vorteil ist aber auch, dass ich mir damals, als die Kinder noch kleiner waren, eine Praxis angewöhnt hab, die wir „Beweise beseitigen“ nennen. Alles, was benutzt wurde, wird konsequent direkt im Anschluss wieder aufgeräumt. Und zwar genau dahin, wo es hingehört und nicht an einen Zwischen-Aufbewahrungsplatz. Habe ich mir etwas zu essen gemacht, räume ich direkt im Anschluss alles wieder auf: Messer in die Spülmaschine, Butter und so in den Kühlschrank, alle Krümel weg. Und schon sieht die Küche wieder ordentlich aus. Schuhe kommen direkt ins Schuhregal. Die Jacken an den Haken oder auf den Bügel. Taschen in den Schrank. Einkäufe werden aufgeräumt in genau den Schrank, in den sie gehören. Und so weiter… So sieht es hier zwar nicht immer geleckt aus, aber doch auf jeden Fall so, dass jederzeit Besuch kommen kann.

…macht sich von allein…

Nachdem wir lange überlegt haben, doch eine Putzfrau zu beauftragen, haben wir uns Ende letzten Jahres endlich für einen Staubsaugerroboter* entschieden. Unser Moppi saugt nicht nur, während ich arbeite, koche, Gassi gehe oder mich auf den Weg ins Homeoffice mache, sondern er kann auch wischen. Und so macht sich ein großer Teil des wöchentlichen Hausputzes tatsächlich fast von allein, denn ich muss nur ab und an nach dem Kleinen sehen, den Auffangbehälter leeren, ihn im Zweifelsfall zum Ladegerät tragen (wenn er es doch mal nicht von alleine findet, weil er in einem anderen Zimmer ausgesetzt wurde) oder den Lappen befeuchten bzw. den Tank auffüllen. Für mich ist das so viel besser als eine Putzfrau.

Und ihr so? Wie organisiert ihr anderen Eltern euch so im Homeoffice? Ich bin sehr gespannt auf weitere Ideen! Man kann ja doch immer noch sehr viel lernen, wenn man sieht, wie andere es hinkriegen.

(* = Affiliate Link)

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Bianka,
    ich wollte mich endlich mal bedanken für Deine Teilnahme an meiner Blogparade. Und für die vielen konkreten Tipps, die Du parat hast.
    Ich mache grade eine Zusammenfassung aller Tipps und erstelle daraus einen eigenen Beitrag (natürlich mit Verlinkung)
    LG, Melanie

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